Turnierpfand...

...und Lösegeld!

Wer beim Gestampfe in Gefangenschaft geriet oder ein durch einen Waffengang ein gesetztes Turnierpfand verlor, musste dem Sieger "Sicherheit geben", d.h. er hatte ihm in der Regel Pferd und Rüstung, oder andere wertvolle Gegenstände auszuhändigen oder schuldete ihm einen entsprechenden Geldbetrag, mit dem er sich auslösen konnte. Da viele Ritter, die Ross und Rüstung verloren hatten, nicht genügend Geld besaßen, um die teuren Rittersachen zu ersetzen, ging man dazu über, bereits vor Turnierbeginn eine angemessene Summe festzulegen, mit der sie sich freikaufen konnten.

Vornehme, auf Ruhm und Ehre bedachte Ritter ließen ihre Gefangenen großmütig frei oder verschenkten die erzielten Lösegelder an Bedürftige. Weniger edelmütige Ritter betrachteten Turniere vornehmlich als Einkommensquelle. Sie zogen von Turnier zu Turnier, nahmen möglichst viele Gefangene und gelangten mit Hilfe der Lösegelder bzw. des Verkaufs der erbeuteten Rüstungen und Pferde zu teilweise beachtlichem Reichtum.

Der berühmte "Turnierprofi" Ritter William Marshall soll im 13. Jahrhundert im Verlauf von zwei Jahren 103 Ritter gefangen genommen haben. Von Ihm wird auch berichtet, er habe während der Jugendzeit des späteren englischen Königs Henry III. (1216-1272) mit Lösegeldern beträchtliche Summen erzielt.

Soweit der historische Hintegrund.
Das Spiel um Turnierpfänder bietet einen großen Spielansatz in den sowohl die Knappen durch überbringen, als auch die Herolde durch Preisverhandlungen miteinbezogen werden können. Was Ihr draus macht bleibt Euch überlassen!


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